Kein Rumgejaule

Kreisliga-Team 02.01.2018

Die beiden Trainer des VfL Nordstemmen gehen die nächste Aufholjagd zuversichtlich an

Mit lediglich sieben Punkten aus elf Spielen überwintert der VfL Nordstemmen auf dem vorletzten Platz in der Bezirksliga 4. Coach Malte Petzold, Co-Trainer Sebastian Franz und ihrer Mannschaftsteht erneut eine schwierige Rückrunde bevor. Nichts Neues: In der vergangenen Saison krönten die abgeschlagenen Nordstemmer eine bemerkenswerte Aufholjagd unter der Leitung ihrer beiden neuen und jungen Trainer –Petzold ist 38, Franz 26 Jahre alt– mit dem Klassenerhalt in der Relegation. Unser Mitarbeiter Jörn Tysper hat mit ihnen unter anderem auf die von Ausfällen geprägte Hinserie dieser Runde zurückgeblickt.

Am 16. Dezember wurde beim VfL Weihnachten gefeiert. Was stand auf
dem Programm? Und vor allem: Wie war die Stimmung?
Petzold: Wir hatten einen schönen Abend mit toller Stimmung in einem örtlichen Gasthof. Es gab gutes Essen, und wir haben eine Tombola veranstaltet. Es waren wohl 80 Leute dabei, unter anderem die erste sowie zweite Mannschaft, die A-Junioren, aber auch Sponsoren und Fans.

Sportlich läuft es bisher ja noch nicht wirklich rund. Was waren die Hauptgründe für die holprige Hinrunde?
Franz: Begonnen hat es damit, dass wir durch die Relegationsspiele nur knapp zwei Wochen Pause und eine extrem kurze Vorbereitung hatten. Das hatte zur Folge, dass sich während der Vorbereitung viele Spieler verletzt haben. Dazu kam der große personelle Umbruch mit qualitativ hochwertigen Abgängen von absoluten Stammspielern (Unter anderem haben Abdulmalik Abdul, Jan-Niklas Wintjes, Justin Weiser und Jonathan Dohmen den Verein verlassen, Anm. d. Red.), die natürlich erst einmal ersetzt werden müssen.
Petzold: Außerdem hatten wir das Problem, dass potenzielle Neuzugänge durch unseren verspäteten Klassenerhalt bereits bei anderen Vereinen zugesagt hatten. Fabian Tschirner und Yannick Fritzsche sind zum Beispiel erst spät dazugestoßen, sie mussten auch erst einmal ins Team integriert werden, da beide zuvor ein Jahr lang keinen Fußball gespielt hatten. Das soll jetzt kein Rumgejaule sein, aber bei einem eh schon nicht ganz so üppigen Kader sind das wichtige Faktoren, die da mit hineinspielen. Umso beeindruckender ist es, dass wir mit Ausnahme des Spiels in Volkersheim (Die Partie beim neuen Team ihres Vorgängers Thomas Siegel endete 0:5, Anm.d.Red.) eigentlich ausschließlich knappe Partien hatten, auch gegen mögliche Aufsteiger.

Was muss die Mannschaft in der Rückrunde besser machen?
Franz: Ganz klar, den Torabschluss, der muss besser werden! Wenn wir nur unsere wirklich hundertprozentigen Chancen genutzt hätten, wären es rund neun Punkte mehr auf dem Konto. Geht man erst einmal in Führung, kann man sein Spiel natürlich viel besser aufziehen.

Gibt es Zu- oder Abgänge in der Winterpause?
Petzold: Neuzugänge gibt es keine, wir erwarten aber die Rückkehr der Langzeitverletzten. Sören Peterke zum Beispiel kann seit einer Woche wieder trainieren. Hassan Atas wird den Verein verlassen, das ist in beidseitigem Einverständnis beschlossen worden. Er geht zum SV Türk Gücü Hildesheim in die Kreisliga.

Sind eine erneute Relegation oder gar der Abstieg schon ein Thema?
Franz: Definitiv nicht. Als wir die Mannschaft im April übernommen haben, waren wir ja quasi schon abgestiegen. Weder die Spieler noch der Verein haben geglaubt, dass wir das noch schaffen. Jetzt ist gerade mal ein Drittel der Spiele gespielt.
Petzold: Natürlich wird es durch die vielen Spielausfälle ein hammerhartes Rückrundenprogramm. Deswegen geben wir den Jungs im Januar auch ein bisschen länger frei. Als das bekannt gemacht wurde, haben sich direkt selbstständig Laufgruppen gebildet, was verdeutlicht, wie hoch die Motivation innerhalb der Mannschaft ist, die Rückrunde positiv zu gestalten. Hätten sie keinen Bock mehr oder würden sich abschreiben, würde so etwas nicht zustande kommen. Das ist wirklich eine tolle Entwicklung.

Wer ist Ihrer Meinung nach Aufstiegskandidat Nummer eins, und wer sind die größten Konkurrenten im Kampf um den Klassenerhalt?
Franz: Aufstiegskandidat ganz klar Newroz Hildesheim (Der Aufsteiger belegt Platz zwei, hat aber fünf Spiele weniger absolviert als Eintracht Afferde, Anm.d. Red.), da steckt eine Vision dahinter mit großen Investitionen. Gefühlt haben die jede Saison eine komplett neue Mannschaft.
Petzold: Unsere Mitstreiter erkennt man ja schon beim ersten Blick auf die Tabelle. Der FC Algermissen hat bereits den Trainer gewechselt, der VfL Borsum gibt mit Leon Heesmann einen absoluten Leistungsträger an Arminia Hannover ab.
Franz: In Bavenstedt könnte es sein, dass die erste Mannschaft aufgrund ihres Mammutprogramms auf Leute aus der Zweitvertretung zurückgreifen muss. Es ist dieses Jahr schon eine besondere Situation, die schwierig einzuschätzen ist.

Welche Mannschaften haben Sie bisher am meisten überrascht?
Petzold: Eindeutig der SV Eintracht Afferde als Aufsteiger, aber auch die SV Alfeld, die trotz starker Abgänge in beeindruckender Weise oben mitspielt.
Dass die Reserve des SV Bavenstedt lediglich Platz 14 belegt, ist aufgrund der guten letzten Jahre schon etwas verwunderlich.

Was steht in der Winterpause beim VfL Nordstemmen auf dem Plan?
Petzold: Wir hatten in den vergangenen Wochen bereits die Möglichkeit, beim CJD Elze in der Halle zu trainieren, gehen somit nicht unvorbereitet als gesetzte Mannschaft in den EVI-Cup in Hildesheim. Das war in den letzten Jahren nicht der Fall. Deshalb haben wir dem Verein frühzeitig klar kommuniziert, dass wir – wenn wir schon bei dem bedeutendsten Hallenevent des Landkreises dabei sein dürfen – vorher mal Hallenboden berührt haben müssen.
Franz: Wir sind wirklich froh, dass das geklappt hat, denn es ist schon was ganz Besonderes bei der Stimmung in der Halle. Die Spieler haben richtig Bock darauf.
Petzold: Im Januar geben wir dann drei Wochen frei, bevor wir wieder in die Vorbereitung starten.

Wenn Sie sich vom Weihnachtsmann einen Profispieler unter den Baum legen lassen könnten, wer wäre das dann wohl?
Franz (lacht): Robert Lewandowski!
Petzold: Ich würde Toni Kroos nehmen. Man sieht schon, dass wir beide die Offensive verstärken würden.

Interview aus den Leine-Nachrichten vom 22. Dezember 2017 / Autor: Jörn Tysper

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